Interviews

Mahara McKay

«…wenn man einmal diese Verbindung mit dem Universum erfahren hat, wird sie nicht einfach wieder verschwinden.»

Lange stand Mahara Mckay in der Öffentlichkeit, hat unter anderem als DJ gearbeitet und sogar die Miss Schweiz Wahlen im Jahr 2000 gewonnen.

Heute sieht sie es als ihre Aufgabe die spirituelle Entwicklung und das Bewusstsein ihrer Mitmenschen zu stärken.

Wir haben Mahara Mckay während ihres Aufenthalts in der Schweiz bei uns in der Quelle willkommen geheissen und zusammen mit ihr ein Workshop sowie ein zweitägiges Seminar veranstaltet.

Im Gespräch hat sie mit uns über Ihren spirituellen Werdegang und viele persönliche Anliegen geredet.

Kim (Die Quelle): Du wurdest in unserer Gesellschaft als sehr erfolgreich angesehen und hast unter anderem als DJ, Model, und Moderatorin gearbeitet. Wie findet man mit solch einer Ausganslage auf den spirituellen Weg?

Mahara: Auf meiner einjährigen Weltreise verbrachte ich ein paar Tage auf einer kleinen Insel in Fidschi. Jeden Morgen bei Sonnenaufgang habe ich eine halbe Stunde Atmungs-Übungen gemacht, die der Entspannung dienten und mir erlaubten in einen meditativen Zustand zu kommen. Am achten Tag hatte ich auf einmal ein unbeschreiblich intensives spirituelles Erlebnis. Ohne dass irgendeine Substanz involviert war überkam mich eine unglaubliche Liebe, eine Verbindung mit dem gesamten Universum und eine riesige Menge an Informationen und Weisheit die der Verstand normalerweise gar nicht erfassen kann, erschienen mir auf einmal ganz verständlich. Nach dieser Erfahrung wusste ich, dass ich meinen damaligen Partner – obwohl wir eine gute Beziehung hatten – verlassen musste. Genauso wie mein zu Hause in der Schweiz. Ich ging also auf diese magische Reise der Selbstentdeckung, spürte so viel Liebe aber fragte mich zugleich, wie es möglich sei, dass kaum jemand in meinem damaligen Umfeld von dieser unermesslichen Dimension, die in uns allen existiert weiss oder selbst Erfahrungen damit hatte. Ich kann bis heute nicht glauben, dass es immer noch nicht in den Schulen unterrichtet wird. Das Atmen, die Meditation und Mindfulness, das sollten bereits im Kindergarten die Hauptfächer sein.

Kim (Die Quelle): Ist dir diese Verbindung mit dem Universum, die Liebe und die Weisheit nach dieser Erfahrung geblieben?

Mahara: Ja, wenn man einmal diese Verbindung mit dem Universum erfahren hat, wird sie nicht einfach wieder verschwinden. Ich habe viele unglaubliche Erlebnisse während verschiedenen Meditationen gehabt aber diese erste Erfahrung, die mich auf den spirituellen Pfad geführt hat, werde ich nie vergessen. Ich werde auch für immer dankbar dafür sein, denn von diesem Zeitpunkt an habe ich wirklich angefangen zu leben, während ich vorher einfach nur «funktioniert» habe.

Kim (Die Quelle): Was kann unsere Gesellschaft tun, um diese Art von Erfahrung allen Menschen zugänglich zu machen?

Mahara: Eine grosse Möglichkeit und damit einhergehende Verantwortung hat das Schulsystem und sicher alle Eltern– Ich habe zwar keine eigenen Kinder, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir als Eltern mehr Zeit mit unseren Kindern verbringen und einfach nur beobachten sollten wer sie sind, anstatt Ihnen alles möglich aufzuzwingen, und zu «Ressourcen» in unserer Gesellschaft zu machen. Einfach beobachten und dann auf ihre Interessen eingehen und sie in diesen unterstützen. Egal was das sein mag – es gibt Kinder, die interessieren sich für Sport und andere vielleicht für Autos oder Bücher. Wenn wir unsere Kinder unterstützen würden in Ihren Gaben, dann wären sie später nicht nur Meister ihres Berufs, sondern würden ihre Arbeit auch gerne machen. Viele Leute realisieren erst viel später was ihnen alles aufgedrängt wurde und müssen das in einem ersten Schritt dann loswerden – etwas das nicht nötig wäre, wenn uns von klein auf anders gelehrt worden wäre. Unser gesamtes System muss dringend überdacht werden: Die Funktionsweise unserer Schulen, Religionen und von der ganzen Wirtschaft muss dringend eine andere Richtung einschlagen. Die Konzepte, die wir dort haben sind aus Angst und Kontrolle entstanden und nicht aus Barmherzigkeit und Liebe.

Kim (Die Quelle): Was tust du in deinen Seminaren und Workshops, um die Menschen in die richtige Richtung zu führen?

Mahara: Wir räumen innerlich auf und fokussieren uns auf mehr Bewusstsein. Die meisten Leute Leben nur für die Momente, die ihnen ein kurzzeitige Zufriedenheit geben – sie warten auf das Wochenende, an dem sie sich betrinken und vielleicht noch bedeutungslosen Sex haben, den sie am nächsten Tag bereuen, ohne dass ihnen bewusst ist, dass sie dadurch lediglich einen kurzen Moment dem Verstand entfliehen und Körpernähe oder Liebe suchen.

Meine Arbeit geht darum Konditionierungen und die ganzen Ideen, die man von sich selbst und der Gesellschaft hat abzulegen. Wir müssen bewusster werden auf allen Ebenen – in der Kommunikation, in unserem Denken, in der Sexualität und Beziehungen, mit der Ernährung und mit unserer Umwelt.

Kim (Die Quelle): Was ist dein Ratschlag für Menschen, die das Gefühl haben ihn ihrem gewohnten Leben und Alltag fehlt etwas und es sollte «mehr» geben?

Mahara: Ich denke, dieser Gedanke kommt von einem oftmals unbewussten tiefen Verständnis, dass es tatsächlich mehr gibt. Die meisten Menschen sind zurzeit noch in den Mustern unserer Gesellschaft gefangen. Aber man schaut lieber weg, weil es schmerzhaft sein kann die Wahrheit zu sehen. Um wahre Transformation zu bewirken muss man sich damit auseinander setzen wer man selbst wirklich ist und anfangen Dinge loszulassen, anstatt konstant daran zu setzen mehr zu haben und zu sein. Die Leute denken, wenn sie ein neues, besseres Auto haben, eine neue Beziehung oder einen guten Job werden sie glücklich sein –das Gegenteil ist der Fall.

Kim (Die Quelle): Da ich dich dieses Wochenende erlebt habe, kann ich mir die Antwort schon denken – dennoch; würdest du dein altes Leben als Model und DJ zurücknehmen, wenn du könntest?

Mahara: Es fühlt sich merkwürdig an überhaupt darüber nachzudenken, weil diese Zeiten so weit weg sind und gleichzeitig scheinen all diese Erfahrungen, die ich in der Zwischenzeit gemacht habe, in so kurzer Zeit passiert zu sein. Mein Verstand fühlt sich an, als wäre er 60 Jahre alt und mein Körper fühlt sich an wie 25. Mit Sicherheit gab es aber kein einziges Mal, dass ich den Rückzug aus dem Show Business bereut habe.

Kim (Die Quelle): Das habe ich mir schon gedacht – noch eine letzte Frage; wie war dein Wochenende bei uns?

Mahara: Es war großartig, ich liebe Umgebungen wie diese die es mir erlauben die Menschen in ein höheres Bewusstsein und zu mehr Liebe zu führen, an solchen Orten fühle ich mich zu Hause. Danke auch an das Team und die ganze Unterstützung von euch. Es war eine Freude mit Euch zusammenzuarbeiten.

Kim (Die Quelle): Vielen Dank auch dir für deinen Einsatz. Wir freuen uns dich in Zukunft wieder bei uns willkommen zu heissen!

 

(23.10.2020)

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